Aus dem Flugzeug konnte ich vor einigen Tagen das faszinierende Wechselspiel zwischen Himmel und Erde verfolgen. Ist euch schon mal aufgefallen, dass Wolken von oben viel bauschiger aussehen?

Die Bergen ragen weit hinauf und es wirkt fast so als würden Himmel und Erde um ihren Platz streiten. Inspiriert hat mich die Szene zu folgendem Gedicht. Ich habe diesmal versucht, auf eine relativ strenge Form zurück zu greifen. Theamtisch blieb das Gedicht aber dennoch leichtfüßig. Ich hoffe euch gefällt’s.

 

Kühne Meereswellen im hellen Morgenlicht;

Hinter blassen Wolken versteckt der Himmel sein Gesicht;

Stumm schaut er zum Ufergang,

lauscht dem frischen Erdenklang.

 

Der hohe Äther, getaucht in tiefes Blau,

unterschätzt den Glanz des Morgentau‘;

wie tausend Sterne trägt das junge Moos

ein Tropfenmeer in seinem Schoß.

 

Die seichte Erde, gefüllt von süßem Mut,

trägt in ihrem tapf’ren Herzen Zornesglut;

wie ein verdunkelnd‘ Blätterdach

macht er das zarte Treiben schwach.

 

Trübe Meereswellen im schwachen Morgenlicht;

zwei Fronten leben dicht an dicht,

bewundern und beneiden sich

können mit und ohne nicht.