Hey ihr Lieben, eine Freundin hat ein Bild für einen neuen Text geschoßen, weswegen wir euch beides nicht länger vorenthalten wollen. Viel Spaß beim Lesen

Bild von KS

Hörst du das leise Trommeln der U-Bahn Züge? Die Geigen im Wind? Ein fröhliches Lachen und dort hinten singt ein trauriges Kind.

Orangenes Straßenlicht durchdringt das schwarze Nachtgestöber. Wie Leuchtkugeln schwebt das zarte Leuchten in der tiefen Dunkeltheit. Und mitten drin ein stiller Tänzer.

Er wird eins mit der Stadt, verschwimmt zwischen den Schatten und Lichtern. Schwerelose Anmut spricht aus seinem geschmeidigen Körper – dazu das starke Gefühl der Grenzenlosigkeit. Als könnte er mit den Vögeln in den kommenden Morgen stoßen, tanzt er und sein freies Herz bricht schlicht in Jubel aus.
Er streckt die Arme in die Luft, will fast schon schreien in bloßer Ekstase, doch der großen Geste folgt ein Nichts. Innehaltend starrt er in die Ferne, versunken in sich selbst und einer Welt, die ebenso undurchdringlich ist.

Hörst du das leise Trommeln seines müden Herzens? Die Geigen im Wind? Das fröhliche Lachen und dort hinten singt ein trauriges Kind.

Dramatisch sinkt er zu Boden. Sein Körper krümmt sich zusammen bis er kaum noch Raum einnimmt. Der Platz, der ihm zusteht, erscheint ihm unbedeutend klein und die Welt um ihn herum so elendig groß. Doch inmitten seiner Einsamkeit durchbricht die zarte Klavierstimme einer entfernten Gesellschaft seine dunkle Gedankenflut. Die kleine Melodie weckt ihn auf, sie greift ihn an und rührt ihn zu Tränen. Nach Atem schnappend fährt er auf und wie von selbst nimmt sein Körper die Musik in sich auf. Willenlos fängt er erneut zu tanzen an. Bedächtig und ganz unbeschwert nimmt er die Bewegung wieder auf. Sein Kopf ist leer, sein Herz zunächst ganz taub und alles in ihm verstummt solange er nur tanzen kann.

Und als die Sonne schon den neuen Tag verkündet, sieht man den stillen Tänzer noch immer seinen Frieden jagend über den dunklen Ashalt tanzen.